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| Vater Morgana: Eine persische Familiengeschichte
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"Meine Leber wurde gegrillt!"
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Vater Morgana: Eine persische Familiengeschichte (Gebundene Ausgabe) Vieles wird im Persischen (=Farsi) sehr blumig ausgedrückt; und so heißt es, wenn man ausdrücken will, dass einen der Schmerz fast zerreißt, eben "Meine Leber wurde gegrillt". Viele ähnliche Beispiele findet man in dem köstlichen Buch des österreichischen Kabarettisten Michael Niavarani. Natürlich übertreibt er (wie alle Perser, so der Autor) - zB auch damit, dass die christliche Tradition in der Familie vom (moslemischen) Vater hochgehalten wird, während der Mutter (Wienerin) das Weihnachtsfest ziemlich egal ist. Laut Aussage des Autors ist es aber kein Buch über die eigene Familie; wahrscheinlich (vielleicht) ist es aber doch eines... Es treten auf: Martin Ansari, der Erzähler; sein Vater, ein Wiener Teppichhändler; Mutter und Schwester des Erzählers. Dazu: 3 Brüder des Vaters (in New York, Stockholm und Berlin lebend) sowie eine Schwester (in Boston beheimatet) mitsamt aktuellem Anhang und eventuellen Enkelkindern. Eigentliche Hauptperson des Romans ist Mamanbosorg, die Mutter der fünf oben Genannten. Sie lebt in Massachusetts. Und nun das Hauptproblem, das sich durch das gesamte Buch zieht: Wie soll man ihr beibringen, dass ihr zweitältester Sohn, der Vater des Erzählers, plötzlich an einem Herzinfarkt verstorben ist? Sie würde die Nachricht nicht überleben! Und damit beginnt das persisch-österreichische-deutsche-schwedische-amerikanische Chaos! "Vater Morgana" ist vordergründig sehr lustig; dahinter steckt aber letztlich sehr viel an Tragik: Gefährliche Flucht vor Khomeinis Schergen; die Schwierigkeiten, sich in einer neuen Kultur zurechtzufinden bzw. die Angst, sich zu sehr zu assimilieren; wirtschaftliche Schwierigkeiten (mit dem Teppichhandel kann man kaum mehr überleben) usw. Summa summarum: Ein höchst vergüglich zu lesendes Buch des begnadeten österreichischen Kabarettisten. Für die fehlerhafte Orthographie erhält der Verlag allerdings die rote Karte: Die 2. Frau von Heinrich VIII. heißt nicht "Anna Boylen", sondern "Anna Boleyn"; man schreibt nicht "todschweigen", sondern "totschweigen"; "Ayatollah" statt "Ayahtolla" und "Geschmack" statt "Geschmak". Besondere Probleme hat man außerdem bei der Zusammen- und Getrenntschreibung der Verben!
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 12. Februar 2010 | | |
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