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Russische Nationalitätenpolitik gegenüber Polen

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1.1.3. Wiener Kongreß und die Charta
Nach der Niederlage Napoleons 1813, konnte Alexander, Zar von Rußland, endlich seinen langersehnten Traum von einem Polen unter seiner Krone zu erfüllen. Der russische Zar baute schon vor dem Wiener Kongreß gute Beziehungen zum polnischen Adel auf. Mit seinem Berater Adam Czartoryski, einem Vertreter einer der wichtigsten Magnatenfamilien, einigte er sich mit den Polen auf einen Vertrag, die Charta, die ihm den größten Teil des Herzogtums Warschau zusicherte. Dieser Landesteil unter russischer Krone sollte Polnisches Königtum heißen und folgende Rechte wurden den Polen zugesprochen:
  • Freiheit der Person
  • Eine eigene, wenn auch kleine, Armee
  • Polnisch als Amtssprache
  • Eigene Rechtsprechung
  • Dem. Organe z.B. Parlament
  • Pressefreiheit
  • Freiheit des Eigentums
Bezüglich der demokratischen Organe muß aber erwähnt werden, daß Rußland sich ein Vetorecht auf die Entscheidungen des polnischen Parlaments eingeräumt hat.
Auf dem Wiener Kongreß wurde dann endgültig im Sinne des russischen Zaren über das Schicksal des Herzogtums entschieden und er wurde wunschgemäß polnisches Staatsoberhaupt.[7]


2. Der Aufstand 1830/31

2.1 Gruppierungen in der Emigration
Unter den Polen herrschte keine Einigkeit.
Wichtige Teile der einflußreichen Szlachta, vor allem die Magnaten wie Czartoryski, Drucki-Lubecki und andere vertraten die Haltung, daß es für Polen von Vorteil ist, sich zumindest mit der russischen Besatzungsmacht gutzustellen und unter ihrer Obhut auf bessere politische Möglichkeiten zu warten. Besonders die oben erwähnten Vertreter bekleideten wichtige Ämter, Drucki-Lubecki war Wirtschaftsminister, und versuchten ihr Land bestmöglich voran zu bringen. Eine Revolution war für sie eine unvorstellbare und vor allem selbstmörderische Idee.
Der Kleinadel und viele Bürger der Städte organisierten sich dagegen zu kleineren, größtenteils geheimen Vereinigungen. Sie waren oft radikal und vertraten vehement die Ideale der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Sie standen für die Befreiung ihres Landes und die Befreiung der Bauern.
Noch geheimer waren die studentischen Gruppen, die durch radikale philosophische und pathetisch-patriotische Haltung auffielen. Sie fanden ihre Vorbilder im europäischem Ausland z.B. in Frankreich und bei den deutschen Burschenschaften. Einer der prominentesten Mitglieder einer solchen studentischen Gemeinschaft war Adam Mickiewicz später Literat und Verfasser des polnischen Epos „ Pan Tadeusz“.
Innerhalb der polnischen Armee zeigten sich die Gruppen kämpferisch. In den Offizierskorps war der Drang nach Revolution besonders groß.
Zwei weitere große Gruppen stellten die Freimaurer, sowie die patriotische Gesellschaft dar. Die patriotische Gesellschaft ging aus politisch Tätigen hervor, die bereits für den Fall einer Möglichkeit zur Befreiung des Landes konkrete Verbindungen ins Ausland knüpften.[8]

  
Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, 10 Bde., Bd.8, Das Deutsche Reich in der Defensive: Bd. 8 (Gebundene Ausgabe)
von Karl-Heinz Frieser,
Klaus Schmider,
Klaus Schönherr
Siehe auch:
Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, 10 Bde., Bd.7, Das Deutsche Reich in der Defensive: Bd. 7
von Horst Boog
Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, 10 Bde., Bd.6, Der globale Krieg: Bd. 6
von Horst Boog
Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, 10 Bde., Bd.4, Der Angriff auf die Sowjetunion: Bd. 4
von Horst Boog
Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, 10 Bde., Bd.9/2, Staat und Gesellschaft im Kriege: Bd. 9/2
von Jörg Echternkamp
 
    
     
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