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2.2 Die Person des Zaren
Der Zar Nikolaus der Erste war der jüngere Bruder
Alexander des Ersten.
Der Vater der beiden Brüder, Paul, vertraute die
Erziehung seines Sohnes Nikolaus schon in der frühen Kindheit dem deutschen
General Lamsdorf an. Der General verfügte über keinerlei
pädagogische Erfahrung außerhalb der Kadettenschule. Diese Jahre mit
Lamsdorf haben Nikolaus‘ Psyche entschieden beeinflußt. Nikolaus war
übermäßig fasziniert vom Militär und vor allem das
Militärischen bot ihm einen wichtigen
Halt.[9]:
„Hier (in der Armee) herrscht
Ordnung... Alle Dinge verlaufen nach den Gesetzten
der Logik, bei der sich das eine aus
dem anderen ergibt. Hier befielt niemand, ohne
zuvor das Gehorchen gelernt zu haben.
Niemand erhebt sich über den anderen, es
sei denn, nach einem klar umrissenen
System. Alles ist einem einzigen, festgelegten Ziel
untergeordnet, und alles ist genaustes
bestimmt und benannt. Das ist es, warum
ich den Titel Soldat stets in hohen Ehren
halten werde. Für mich ist alles
menschliche Leben nichts weiter als Dienst,
denn jeder muß
dienen.“[10]
In seiner Jugend bereiste er als einer der wenigen Zaren
sein Reich. Aus seinen Reisetagebüchern sind schon damals Grundzüge
seiner Politik zu erkennen. Nikolaus schrieb schon damals von Minderheiten wie
Polen, Juden oder Tataren als Gefahrenherden für Rußland. Die Polen
waren für ihn immer Verräter, die Napoleon den Treueid schwörten.
Sie verführten die russsischen Bauern zum römischen Katholizismus und
waren als Besitzer von Leibeigenen, nach seiner Meinung, schlechte
Menschen.[11]
Nikolaus reiste oft nach Preußen. Dort lernte er seine
spätere Frau, Prinzessin Charlotte, später Alexandra Feodorowna,
kennen.
Sein Bruder Alexander starb am 19.11.1825. Noch bevor
Nikolaus den Thron besteigen konnte, brach der Dekabriskenaufstand aus. Die
Dekabristen waren junge revolutionäre Männer, die nach Reformen
verlangten und die Beseitigung der Autokratie forderten.
Es gelang Nikolaus, durch besonders disziplinierte und
mutige Vorgehensweise, den Aufstand niederzuschlagen.
Nikolaus wohnte den darauf folgenden Verurteilungen der
Aufständischen selbst bei. Souverän und pedantisch spürte er alle
politischen Verbindungen der Dekabriskenorganisation auf. Dabei stieß er
auf Kontakte zur patriotischen Gesellschaft in Polen. Diese Verbindung blieb
zwar ohne Folgen, steigerte aber Nikolaus‘ Mißtrauen zu
Polen[12]
Nikolaus Härte bescherte ihm den Beinamen: Gendarm
Europas.
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