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2.3 Beweggründe für den
Aufstand
Die Gründe des Aufstandes liegen in erster Linie in dem
Streben nach Unabhängigkeit des Heimatlandes.
Begünstigt wurde dieses Bestreben von der Seite der
russischen Obrigkeit.
Konstantin Pawlowitsch, ein Bruder Nikolaus, wurde als
Statthalter eingesetzt. Es war allgemein bekannt, daß er in seinem
Verhalten unberechenbar war. Mal zeigte er sich äußerst
großzügig, dann tyrannisierte er seine polnischen Untertanen,
besonders die, in der 90 000 Mann starken polnischen Armee.
Die beschränkte Anzahl der Soldaten, war ein erneuter
Streitpunkt. Für die jungen polnischen Männer war das Soldaten- und
Kämpfertum mehr als Dienst, es war gleichzeitig Ausdruck der Stellung in
der Gesellschaft und ein Zeichen für Ehrenhaftigkeit. Durch die geringe
Grösse der polnischen Armee waren die Aufstiegsmöglichkeiten für
junge Soldaten jedoch begrenzt. Die Stimmung war von Frustration und Sehnsucht
nach einem Beweis ihres Heldentums geprägt, der Wunsch nach
gesellschaftlichem Ansehen schuf eine Basis für einen
Aufstand.
Durch seine provokante Krönung zum König von Polen, 1830, sowie
seinem Vorsitz bei den Sejmsitzungen, beschwor Nikolaus eine feindlichen Haltung
der Polen ihm gegenüber heraus. Obwohl er keineswegs die polnische Verfassung
(Charta) brach, wurden die Signale der Vorherrschaft der Russen über die
Polen von dem unterdrückten Volk mit Mißbilligung aufgenommen und
führten zu offenem Haß.[12]
Da auch 1830 in Frankreich eine Revolution stattfand, waren
die polnischen Offiziere voller Furcht, daß sie im Falle eines Krieges mit
Frankreich auf der Seite Rußlands werden kämpfen müssen. Die
Revolution in Paris gab ihnen auf der anderen Seite auch mehr Mut, da es
nachwievor enge Kontakte zwischen den beiden Ländern gab.
Der eigentliche Herd des Aufstandes war in den
Offiziersräumen der Armee zu finden. Besonders in der Person des Offiziers
Wysocki. Er organisierte die Soldaten und später auch Studenten sowie
Teile der ärmeren Bevölkerung Warschaus. Die liberalen
–konservativen, wie z.B. Drucki-Lubecki und das Großbürgertum
wollten diesen Aufstand nicht unterstützen, da sie es als aussichtslos
ansahen.[13]
[14]
Ein weiterer Pluspunkt für die Aufständischen war
die Mißernte des Jahres 1830 und die darauffolgenden
Versorgungsengpässe und Preissteigerungen. Die armen Schichten der
Bevölkerung waren so leichter zu mobilisieren gegen die mit
Koruptionsskandalen behaftete russische
Obrigkeit.[15]
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